Archive for August, 2009

Tagestour über den Krottenkopf

Meine “Hausberge” sind eigentlich eher die zwischen Lenggries und Bayrischzell, aber gelegentlich treibt’s mich doch mal in Richtung Garmisch, es gibt dort sehr schöne Wanderungen.

Eine sehr schöne Tour ist der Gang durch das Estergebirge. Zwar etwas anstrengend, aber doch an einem Tag zu schaffen, wenn man früh startet. Man sollte viel zu trinken mitnehmen, unterwegs bietet sich nur die Weilheimer Hütte zur Einkehr an. Der einzige Supermarkt am Zielort, dem Elendskaff Eschenlohe, schliesst schon um 18.00 Uhr …

Routenbeschreibung

Eigentlich sollte man sich für eine Tour durch die Berge zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Walchensee ruhig 2 Tage Zeit nehmen und in der Weilheimer Hütte übernachten, aber man kann die Gegend auch gut an einem Tag erkunden, wenn man nicht unbedingt auf jeden Gipfel hinauf muß.
Die Route führt von Farchant zum Hohen Fricken, weiter zum Krottenkopf und der Abstieg nach Eschenlohe. Die An- / Abreise kann stündlich mit dem ÖPNV erfolgen.

Die Wanderung zum Krottenkopf ist eine sehr anstrengende Angelegenheit, da man diesen Gipfel nur über größere Entfernungen erreicht, egal aus welcher Richtung man es versucht. Aber es lohnt sich sehr, der Hohe Fricken bietet eine wunderbare Aussicht über Garmisch hinweg ins Zugspitzgebiet, vom Gipfel des Krottenkopf sieht man weit bis ins Karwendel- und Mangfallgebirge hinein.
Die hier vorgestellte Route erfordert eine sehr gute Kondition und Trittsicherheit – viele Abschnitte führen durch Geröllfelder, insbesondere der Abstieg ist etwas schwierig. Als Einkehr bietet sich auf halber Strecke nur die Weilheimer Hütte unterhalb des Krottenkopf.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 21,8 km
Höhenmeter: ca. 1680 m
Belag: Asphalt, Naturnahe Pfade, Forst- und Feldwege
Kategorie: mittelschwere Wanderung
Wanderroute 296777 – powered by Wandermap

Der Aufstieg (W6) beginnt in Farchant und führt zuerst entlang eines Walderlebnispfades zu den Kuhfluchtwasserfällen. Ab hier sollte man die Empfehlung „nur für Geübte“ auf der Beschilderung unbedingt befolgen, auch wenn es zuerst nicht so erscheint. Der weitere Weg wird mit zunehmender Höhe sehr steil und steinig, es gibt ein paar ausgesetzte Stellen im Bereich der Frickenhöhle. Ich würde diesen Weg auch nicht an feuchten Tagen wählen, es kann sehr rutschig werden. Ansonsten ist der Aufstieg durch den Mischwald überwiegend angenehm schattig und führt später zum Gipfel hin durch Latschen und kleinere Geröllfelder.
Eine Alternative zu diesem Weg wäre der Aufstieg über den Oberauer Steig (FK), die Entfernung zum Hohen Fricken ist in etwa gleich.

Nach einer Gipfelrast geht es weiter nach Norden, zuerst am Grat entlang durch Latschen wieder etwas abwärts, aber gut zu gehen. Auf der Almwiese vorm Bischof geht’s dann westlich um den Gipfel herum. Hier wird der Weg wieder etwas steinig und führt stellenweise durch Geröllfelder unterhalb des Kareck und des Oberen Rißkopf zur Weilheimer Hütte. Von dort sind es zum Gipfel nur etwa 30 Minuten.


Nach einer Pause erfolgt der Abstieg in nördlicher Richtung um das Obere Michelfeld herum. Der Abschnitt ist sehr gut und schnell zu gehen, nach dem Hohen Kisten geht’s dann links steil bergab in Richtung Eschenlohe. Der Teilabschnitt bis zum Pustertal-Jagdhaus ist erst gut zu gehen, führt aber im weiteren Verlauf durch ein steiles Schotterfeld, hier war der Abstieg sehr mühsam. Ab dem Jagdhaus wird der Weg dann wieder besser und auch schöner, allerdings sind noch immer einige Höhenmeter zu überwinden. Etwa 6 km vor Eschenlohe kann man sich dann für einen sehr gut begehbaren Forstweg entscheiden, der einen schnell vorwärts bringt. Wer nach dieser Tour noch fit ist, schaut bei der Asamklamm vorbei.

Aufstieg zum Hohen Fricken: ca. 3 h
Wanderung zur Weilheimer Hütte: ca. 2 h
Abstieg nach Eschenlohe: ca. 3,5 h
Karte: KOMPASS WK 5, “Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet”
GPS: Garmin Oregon 300  Tagestour durch das Estergebirge (37.7 KiB, 1,004 hits)

Weiterführende Informationen

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Rundwanderung über den Großen Traithen

Diesen Sommer sind die schönen Tage ohne die Gefahr eines aufkommenden Gewitters wirklich etwas rar. Also habe ich mich entschlossen, unter der Woche einen Tag frei zu nehmen und in den Bergen über ein paar Dinge nachzudenken.

Etwa 2-3 Wochen zuvor war ich mit Freunden auf einer geführten Wanderung über den Brünnstein gekrabbelt und dabei am Traithen vorbei gekommen. Die Gegend kannte ich noch nicht so genau und wollte sie mir unbedingt etwas genauer ansehen. Ein weiteres Ziel wird sicher auch mal das Trainsjoch sein, über den die Grenze zu Österreich verläuft.

Routenbeschreibung

Der Große Traithen bietet mit 1852 m und seiner Lage im Grenzgebiet zu Tirol ein wunderbares Panorama auf die umliegenden Berge im Mangfallgebirge und bei guter Sicht bis zum Großvenediger. Die Tour ist eher als leichte Bergwanderung einzustufen, erfordert aber gute Kondition und Trittsicherheit auf einigen Abschnitten.

Man erreicht den Startpunkt problemlos mit dem ÖPNV, mit der Bahn bis Bayrischzell und weiter mit dem Bus bis Haltestelle Zipflwirt. Günstiger und unabhängiger unterwegs ist man mit dem Radl, es sind nur etwa 4 km bis zu dem gebührenpflichtigen Parkplatz an der Tiroler Straße. Als Einkehr bietet sich der Zipflwirt und auf den Almen, die an der Strecke liegen, bekommt man u. U. auch Getränke und kleine Speisen. Auf alle Fälle sollte man sich zumindest genug Flüssigkeit mitnehmen.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 19,1 km
Höhenmeter: ca. 1240 m
Belag: Naturnahe Pfade, Forst- und Feldwege
Kategorie: leichte bis mittelschwere Wanderung
Wanderroute 271814 – powered by Wandermap

Der Gipfel zuerst – die Tour beginnt gleich mit der größten Anstrengung. Der Anstieg von Westen her ist der kürzeste Weg zum Gipfel und bietet gerade im Hochsommer den Vorteil, daß er überwiegend durch schattigen Mischwald führt. Gleich nach dem Parkplatz halten wir uns an die Markierung 658, die auf einem zuerst gut begehbaren Forstweg stetig steil nach oben führt. Schon ab etwa 1200 Höhenmeter wandelt sich der Weg in einen naturnahen Pfad, der stellenweise sehr feucht sein kann. Hier wird schon früh Trittsicherheit und gutes Schuhwerk gefordert. Die Markierungen sind sparsam, man kann sich jedoch nicht verlaufen und gelegentlich hat man einen Ausblick nach Westen in Richtung Hinteres Sonnenwendjoch und Rotwand.

Erst spät lichtet sich der Wald und zeigt den Gipfel des Großen Traithen, man erreicht das Gatter zur Fellalm und am Wegkreuz gibt’s eine kleine Bank zur kurzen Rast bei schöner Aussicht. Der Weg führt weiter bis zur Fellalm hoch, dort nach rechts zum Gratweg B3, der nach einer knappen halben Stunde an der Ostflanke entlang zum Gipfel führt. Auf diesem Abschnitt ist wieder Trittsicherheit gefordert und manchmal braucht man die Hände, stellenweise können die Felsen feucht sein. Den kleinen Gipfel erreicht man sehr unvermittelt, plötzlich steht man vor dem Gipfelkreuz und kann das herrliche Panorama geniessen.

Der Abstieg nach Osten über den Weg 652 ist zuerst sehr angenehm zu gehen, am Latschen bewachsenen Grat entlang kommt man recht zügig vorwärts. Nach dem Gipfelkreuz des Steilner Joch geht es jedoch steil und anspruchsvoll nach unten. Auch hier sind wieder Trittsicherheit und manchmal die Hände gefordert, es ist etwas anstrengend und man ist froh, bei der Himmelmoosalm wieder bessere Wege zu finden. Wer Lust hat, kann ab hier einen größeren Abstecher zum Brünnsteinhaus (Gehzeit ca. 30 Min.) machen, das ganzjährig bewirtschaftet ist.

Ansonsten biegen wir hier nach Westen auf den gut begehbaren Weg 659 zur Steilenalm und dem Trainsjoch ab, der erst flach, später leicht steigend um das Geißenbachtal herum führt. Man hat auf dem Abschnitt noch lange eine schöne Aussicht auf den Brünnstein und das Kaisergebirge, sofern es nicht wolkenverhangen ist.
Nach der Hirschlacke wendet sich der Weg wieder kurz nach Osten, wird zum erst leicht ansteigenden Pfad, der dann aber in südlicher Richtung wieder zügig nach unten zum Weg 656 führt. Diesem folgen wir bis zum Ende der Wanderung, zuerst ist es ein gut begehbarer und sehr schöner Pfad ins Nesseltal hinab, später ein breiter Wirtschaftsweg unterhalb des Trainsjoch mit angenehmen Gefälle. Nach Querung der Landstraße folgen wir dieser ca. 2 km weit parallel im Wald entlang bis zum Zipfelwirt und ggfls. weiter bis zum Startpunkt am Parkplatz.

Aufstieg: ca. 2,5 Std.
Abstieg: ca. 4-5 Std.
GPS: Garmin Oregon 300  Rundwanderung zum Großen Traithen (38.0 KiB, 893 hits)
Karte: KOMPASS 008, “Bayrischzell”, ISBN 978-3-85491-352-8

Weiterführende Informationen

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