Durch einen Artikel in der Zeit Online vom Oktober 2009 war ich mit Freunden auf diese Gegend aufmerksam geworden. Da ich guten Wein und schöne Natur mag, lasse ich mich gerne auf neue interessante Erfahrungen ein. Leider hatten wir mit dem Wetter nicht wirklich Glück, es war sehr regnerisch und windig, aber trotzdem ein erholsames langes Wochenende, das ich gerne jederzeit wiederholen würde.

Als Base Camp hatten wir uns nach kurzer Recherche über das Internet für den Landgasthof Euchariusberg in Obermennig entschieden. Das liegt strategisch gesehen nicht supergünstig, da man zum nächsten Bahnhof ca. 6 km Distanz überwinden muss, wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist, aber wir waren mit unserer Unterkunft mehr als zufrieden. Die Winzerfamilie, die das Anwesen betreibt, ist sehr freundlich und baut einen leckeren Riesling an. Das Restaurant ist wirklich empfehlenswert und die Übernachtungen sind sehr angenehm.

1. Tag: Karfreitag

Die Anreise vom Bahnhof Konz zum Landgasthof ist sehr einfach und mit dem Radl in ca. 20 Minuten erledigt. Der Bahnhof in Konz ist allerdings so ziemlich der abgefuckteste Ort, an dem ich je angekommen bin – um Glück hatten wir die Radl dabei und konnten schnell flüchten. Ansonsten ist das Städtchen sehr angenehm, die Fahrt nach Obermennig ist recht gut ausgeschildert und durch das Konzer Tälchen weitgehend autofrei zu bewältigen.


Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 21, 0 km
Höhenmeter: ca. 100 m
Belag: Asphalt
Kategorie: besonders für Mountainbike geeignet, teilweise Rennrad
Radlroute 480746 - powered by Bikemap

Gleich nach dem Einchecken im Landgasthof haben wir uns natürlich auf den Weg gemacht, um den einzig sonnigen Tag an diesem Osterwochenende noch etwas geniessen zu können. Ursprünglich wollten wir den Bummelzug nach Mettlach erreichen, der am Bahnhof Wiltingen hält, aber der Gegenwind hatte uns davon abgehalten. Wir sind daher weiter entlang der Saar bis nach Saarburg geradelt und dort kurz zum Mittagessen eingekehrt. Auch diese Etappe ist weitgehend autofrei und sehr angenehm zu radeln, das Saartal ist eine interessante Gegend für die Entspannung weitab vom Massentourismus. Der Radweg durch das Naturschutzgebiet ist gut ausgebaut und beschildert, man kommt durchaus ohne Kartenmaterial ans Ziel.

Nach der Einkehr haben wir dann den nächsten Zug nach Mettlach genommen, die Fahrräder stehen lassen und sind ein Stück entlang der Saarschleife gewandert. Kurz nach der Schleuse geht es leicht durch den Wald bergauf in Richtung Burg Montclair, von der aus man eine gute Sicht ins Umland hat. Die Burg ist bewirtschaftet und man bekommt an einem Kiosk kleinere Snacks und Erfrischungen.


Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 10, 9 km
Höhenmeter: ca. 170 m
Belag: Asphalt, Naturnahe Pfade, Forst- und Feldwege
Kategorie:leichte Wanderung
Radlroute 473683 - powered by Wandermap

Von dort sind wir dann wieder hinab zur Saar gegangen und haben mit der kleinen Fähre zum anderen Ufer nach Steinbach gewechselt. Eigentlich wollten wir noch zum Aussichtspunkt Cloef hoch wandern, aber es kamen Regenwolken auf und wir waren schon etwas spät in der Zeit. Für den Rückweg zum Bahnhof in Mettlach kann man gut eine Stunde einplanen. Gegen 19.00 Uhr waren wir dann zurück im Hotel und haben den Riesling erforscht... ;)

2. Tag: Am Ostersamstag durch das Ruwertal

Da für's Wochenende eher Regen angesagt war, hatten wir uns am Ostersamstag für eine Tour nach Trier geeinigt, um notfalls auch Indoor etwas unternehmen zu können. Bei der Gelegenheit haben wir einen größeren Umweg durch das Ruwertal gemacht, den uns der Wirt empfohlen hatte.
Die erste Etappe mit dem steilen Anstieg hatte es in sich, der Rest der Tour jedoch war angenehm flach. Der Radweg entlang der Ruwer ist sehr gut ausgebaut und schön zu fahren, erst kurz vor Trier hat man mit dichterem Verkehr zu tun.


Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 59, 4 km
Höhenmeter: ca. 500 m
Belag: Asphalt
Kategorie: besonders für Mountainbike geeignet, teilweise Rennrad
Radlroute 481040 - powered by Bikemap

Wir sind dort zuerst zum Bahnhof und hatten uns um die Rückfahrten gekümmert, danach sind wir weiter in die Altstadt und haben die Räder abgestellt. Nun hatte es doch angefangen zu regnen, die Gelegenheit hatten wir zum Mittagessen genutzt und sind später durch die schöne Altstadt und den Dom geschlendert.
Für die Rückfahrt haben wir uns dann zu einem Umweg über Luxemburg entschieden und sind dann ein paar Kilometer flussaufwärts die Mosel entlang bis nach Wasserbillig geradelt. Eigentlich wollten wir dort einkehren, aber da es dort scheinbar keine rauchfreien Lokale gibt, sind wir gleich mit der Fähre wieder auf die deutsche Seite rüber und nur kurz auf ein Glas Elbling in ein Bistro eingekehrt.

3. Tag: Am Ostersonntag über Wiesen und Felder nach Nittel

Der Sonntag hatte leider schon sehr regnerisch gestartet und es wehte ein frischer Wind von Süden her, trotzdem haben wir uns auf die Räder geschwungen und sind über Tawern und Fellerich bis nach Nittel gefahren. Leider war es so windig, daß man sogar auf den wenigen Abschnitten bergab treten durfte, das war etwas lästig.
Das Gebiet zeigt mit seinen Wiesen und Feldern einen schönen Kontrast zu den ansonsten rebenbewachsenen Hängen in dieser Gegend.
Auch hier sind die Rad- und Wanderwege sehr gut beschildert, so daß man gut ohne Karte die Umgebung erkunden kann. Es gibt einige historische Sehenswürdigkeiten, deren Besuch sich lohnt, z. B. die Römersiedlung in Tawern.


Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 41, 1 km
Höhenmeter: ca. 380 m
Belag: Asphalt
Kategorie: besonders für Mountainbike geeignet, teilweise Rennrad
Radlroute 481050 - powered by Bikemap

Am Ostermontag ging's dann leider wieder zurück ins Alltagsleben. Nach einem ausgiebigen Frühstück und knapp 8 Stunden Zugfahrt war ich dann abends wieder in München angekommen.

Für einen Kurzurlaub in heimischer Natur ist diese Gegend im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg ideal. Ein Massentourismus, wie man ihn von der Mittelmosel her kennt, ist dort noch nicht angekommen. Die Leute sind sehr gastfreundlich und man bekommt auch für weniger Geld noch gute Qualität geboten.

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