Archive for June, 2010

Wandern zwischen Tegernsee und Schliersee

Kurt & Volker sind in der Gegend und urlauben gerade bei bestem Wetter am Schliersee, da bin ich natürlich wenigstens zeitweise dabei. Wenn’s mit denen auf den Gipfel geht, wird’s immer lustig. Für heute haben wir uns eine einfache, aber etwas anstrengende Tour über die Tegernseer Berge ausgesucht.

Die Baumgartenschneid von der Kreuzbergalm gesehen.Wir waren zwar zeitig gestartet, aber durch die vielen Einkehr-
möglichkeiten etwas aufgehalten worden und so war’s dann schon Abend geworden, als wir am Ziel angekommen sind. Sehr empfehlenswert ist der Rhabarber-Buttermilchkuchen auf der Kreuzbergalm, doch auf den anderen Hütten gibt’s ebenso leckere Schmankerl – in der Regel werden diese zwischen Mai und Oktober bewirtschaftet.

Im folgenden sind zwei Routen zusammengefasst beschrieben, da ich die Tour im vergangenen Jahr in einer Variante schon mal gegangen war. Auch die Bildgalerie enthält Eindrücke von verschiedenen Wanderungen – vielen Dank an Kurt für seine fotografischen Beiträge.

Routenbeschreibung

Eine wunderschöne Wanderung durch pure Natur in den Tegernseer Bergen, mit Start und Ziel der Bahnhof Tegernsee, bzw. Schliersee bei der Variante als Streckenwanderung. Die Fahrt von und nach Hbf München dauert ca. 1 h und man hat stündliche Verbindung bis zum späten Abend.

Kurz nach dem Start biegen wir in die Lärchenwaldstraße ab, die uns über den Lehrpfad zum Leeberger Höhenweg bringt. Von dort halten wir uns an den Wegweiser nach Riederstein über Galaun und erreichen etwa bei KM 5 den Berggasthof Riedersteiner Hütte.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 15,7 km
Höhenmeter: ca. 840 m
Belag: Asphalt, Forst- und Wirtschaftswege, naturnahe Pfade
Kategorie: leichte Wanderung
Wanderroute 168906 – powered by Wandermap

Ab dieser Station wird die Tour zum Teil etwas anspruchsvoller und es ist stellenweise Trittsicherheit gefordert. Der Weg führt zuerst zur Bergkapelle Riederstein, die einen herrlichen Ausblick auf den südlichen Tegernsee bietet. Von dort führt der Weg weiter zum Gipfelkreuz auf dem Baumgartenschneid. Bei schönem Wetter ist einem ein spektakuläres Panorama garantiert.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 16,7 km
Höhenmeter: ca. 860 m
Belag: Asphalt, Forst- und Wirtschaftswege, naturnahe Pfade
Kategorie: leichte Wanderung
Wanderroute 561183 – powered by Wandermap

Entscheidung am KreuzbergköpfelNach dem Abstieg in nordöstlicher Richtung kann man sich bei etwa KM 8,5 entscheiden, ob man die Tour entlang der Beschilderung weiter geht, oder über den Prinzenweg den Kreuzbergköpfel rechts umwandert. Beide Wege führen bei KM 10,5 zur Kreuzbergalm, die zu einer Rast bei wunderschönem Bergpanorama einlädt. Falls die geschlossen ist, gibt’s wenigstens einen Brunnen, an dem man den Wasservorrat ergänzen kann.

Nach einem weiteren kurzen Anstieg scheiden sich auf der Gindelalmschneid die Wege. Von hier aus geht man auf der Rundwanderung weiter bis zum Berggasthof Neureuth bei KM 14. Auf der großen Terrasse hat man einen guten Blick auf die Tegernseer Berge. Die letzten 3 km führen überwiegend durch bewaldetes Gebiet und sind wieder gut begehbar. Es führen mehrere Wege zur Ortschaft runter, ich hatte den Bayernweg gewählt, der zum Tegernseer Schloß führt.

Bei der Streckenwanderung nach Schliersee geht man nördlich zur Gindelam hinab und folgt dem Weg über den Rainer Berg zum Huberspitz. Dort lädt das Huberspitzhaus als letzte Möglichkeit vorm Ziel zur Einkehr ein. Von dort ist man dann sehr schnell in Richtung Breitenbach abgestiegen, der Weg ist jedoch stellenweise etwas feucht.

Dauer: ca. 5-6 Std., zzgl. Pausezeiten
Karte: KOMPASS WK o8, “Tegernseer Tal”, ISBN 978-3-85491-232-3
GPS: Garmin Oregon 300
  Rundwanderung Tegernsee - Baumgartenschneid (38.1 KiB, 159 hits)
  Tegernsee - Baumgartenschneid -Schliersee (36.0 KiB, 159 hits)

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Durch die Rappinschlucht und über den Rabenkopf

<grumpf />: Wunderschönes Wetter die ganze Woche lang und ich hab’ mal wieder im Büro jede Menge Arbeit – ich will nicht meckern, zum Glück ist es so. Um doch noch etwas vom Tag zu haben, war ich früh gestartet, habe einige Jobs erledigt und mir den Nachmittag frei genommen. Kurz vor 13.00 Uhr gings dann schnurstracks zur Bahn in Richtung Süden.

Beinahe wäre es schief gelaufen: Gerade steige ich in Lenggries aus der BOB, fährt mir der Bus in die Jachenau davon. Das ist ja schon ziemlich unverschämt von dem Fahrer, bei der langen Taktrate auf dieser Linie nicht auf den Zug aus München zu warten. In Schliersee ist das anders, vielleicht sind deshalb dort mehr Touristen unterwegs … ;)
Nun bin ich ja pragmatisch veranlagt. In meiner Jugend war ich ganz gut mit dem Daumen herumgekommen und siehe da, es klappt heute auch noch. Ein paar nette Leute haben mich bis nach Jachenau mit genommen und ich konnte daher doch noch pünktlich zur geplanten Tour starten.

Routenbeschreibung

Daß es nicht immer die höchsten Gipfel sein müssen, um ein Maximalerlebnis in der Natur zu erhalten, zeigt diese schöne Route in den Bayerischen Voralpen zwischen Jachenau und Kochel am See. Beide Orte sind gut an den ÖPNV angebunden, man sollte die Tour aber in der angegebenen Richtung gehen, da man sonst für den Bus nach Lenggries pünktlich in Jachenau sein muß. Von Kochel fährt der Zug in Richtung München stündlich bis spät abends.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 15,7 km
Höhenmeter: ca. 840 m
Belag: Forst- und Wirtschaftswege, naturnahe Pfade
Kategorie: mittelschwere Wanderung
Wanderroute 537907 – powered by Wandermap

Die Tour ist relativ kurz und daher als Halbtagstour geeignet, aber etwas anstrengend. Für den Gang durch die Rappinschlucht sollte man möglichst schwindelfrei sein, beim nördlichen Abstieg vom Gipfel des Rabenkopf unbedingt auch sehr trittsicher.

Startpunkt ist der Parkplatz am Schützenhaus, am Steg über den Bach. Der Weg führt erst lange durch schattigen Mischwald entlang der Großen Laine leicht aber stetig nach oben. Gerade an warmen Sommertagen ist dieser Abschnitt sehr angenehm zu gehen.
Nach knapp 1,5 km stösst man auf einen breiten Wirtschaftsweg und folgt diesem nach rechts. Die Beschilderung ist generell recht gut, aber manchmal nicht sofort sichtbar. Die Rappinschlucht wird erst spät genannt, man folgt also dem Weg zum Rabenkopf.
Bei dem Schuppen auf der Ascherwiese biegt man den zweiten Weg nach rechts ab, der erste führt zurück nach Jachenau! Es geht über einen schattigen Pfad erst etwas abschüssig am Gebirgsbach entlang, später wird per Steg über diesen gewechselt und man erreicht den regulären Wanderweg 485, der leicht ansteigend bis zur Abzweigung in die Rappinschlucht führt.

Der Weg durch die Schlucht ist im Prinzip nicht schwierig zu gehen, es ist ein schmaler, wenig steiler Pfad an der Südwand des Wespenkopf entlang. Da es keine Seilsicherungen gibt und sich der Abgrund immer wieder abenteuerlich präsentiert, sollte man halt schwindelfrei sein. Es ist aber eine wunderschöne Strecke, die sich zu gehen lohnt.
Man erreicht am Ende der Schlucht die Rappinalm, von dort besteht eine alternative Route für den weiteren Weg zum Rabenkopf. Ab hier kann man noch eine Weile weiter am Bach entlang bis hoch zur Kochleralm gehen, was sicher sehr idyllische Momente hat. An warmen Tagen empfiehlt sich aber der Weg nach rechts hoch durch den schattigen Wald, der sich erst kurz vor der Staffelalm lichtet.

Auf der Staffelalm gibt’s Getränke und Brotzeiten und sie bietet eine wunderbare Aussicht aufs Umland. Man kann sich von dort in aller Ruhe einen guten Eindruck vom Weg über die Benediktenwand verschaffen, ebenso besteht ab hier die Möglichkeit einer Rundwanderung nach Jachenau zurück (siehe Links am Seitenende). Nach einer kurzen Pause geht es weiter zum Gipfel des Rabenkopf, der restliche Weg ist einfach und etwas steil, aber gut zu gehen.
Der Gipfel ist erfreulicherweise nicht für Massenveranstaltungen geeignet und bietet ein sehr schönes Panorama, von hier hat man auch Sicht über den Kochelsee hinweg und bis weit ins Alpenvorland. Weiter geht es in nördlicher Richtung über das Schwarzeck zur Pessenbacher Alm hinab. Gleich nach dem Gipfel befindet sich eine etwa 8-10 m hohe Kletterstelle, die mit Eisen im Stein und Seilen gesichtert ist. Auch der restliche Weg bis zur Bergwachthütte erfordert eine gute Trittsicherheit, es geht auf schmalem, zum Teil grob steinigen Pfad sehr steil bergab.

Man erreicht die Orterer Alm, die ebenso zur Pause einlädt. Von dort ist der restliche Abstieg wieder wesentlich einfacher zu gehen. Man folgt dem breiten Weg 454, der in Richtung Pessenbach führt. Kurz vor Kilometer 12, etwa 400 Meter nach einer Spitzkehre, biegt man nach links auf einen schmaleren Wirtschaftsweg ab, der zuerst wieder leicht nach oben führt. Man folgt diesem ungefähr 1 km weit und biegt dann nach rechts auf einen Forstweg ab, der gleich etwas steiler nach unten auf den breiten Weg BK führt. Diesem folgt man an Almen vorbei bis nach Kochel hinein. Im Gasthof Waltraut gegenüber vom Bahnhof kann man dann recht gut einkehren und die schöne Tour noch etwas nachwirken lassen. Viel Spaß! :)

Dauer: ca. 4-5 Std., zzgl. Pausezeiten
Karte: KOMPASS WK 182, “Isarwinkel – Bad Tölz – Lenggries”, ISBN 978-3-85491-234-7
GPS: Garmin Oregon 300  Rappinschlucht und Rabenkopf (30.9 KiB, 179 hits)

Weiterführende Informationen

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Die Walchenseeberge Herzogstand und Heimgarten

Am 1. Juni war ich in der Stadt zum Wanderschuhkauf unterwegs – natürlich mit einer dicken Jacke. Aaaarghh – toller Frühling! Ein Lichtblick, daß zu diesem Wochenende endlich auch in Bayern wieder Sonnenschein angekündigt ist. Somit bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich die neuen Schuhe am Berg anfühlen.

Schon längere Zeit hatte ich die Wanderung über Herzogstand und Heimgarten ins Auge gefasst, war aber im letzten Jahr nicht mehr dazu gekommen. Das Gebirge zwischen der Eschenlaine, dem Kochelsee und Walchensee bietet nämlich einen sehr schönen und interessanten Rundumblick.
Zwar hat das im Süden anschliessende Estergebirge die höheren Gipfel, aber die Anstiegswege sind deutlich länger und anstrengender und es gibt mit der Weilheimer Hütte nur eine einzige Einkehr unterhalb vom Krottenkopf.

Blick in Richtung nordost zur BenediktenwandLeider hing durch den vielen Regen der letzten Tage noch viel Nässe im Gestein und der Aufstieg war sehr nebelig. Erst spät am Mittag lichteten sich die Wolken und gaben die Sicht über ein paar Gipfel frei. Daher bin ich erst mal im Berggasthof des Herzogstand eingekehrt und hab mir ein bisserl die Leute angeschaut, die von der Seilbahn hochgeschleppt wurden.

Routenbeschreibung

Der Herzogstand ist aufgrund seiner Erreichbarkeit mit der Seilbahn einer der höher frequentierten Münchener Hausberge. Der bekannteste Aufstieg (AV-Weg 446) führt von der Talstation der Seilbahn über die Südseite zum Herzogstandhaus und weiter zum Gipfel.

Panoramablick über den Herzogstand vom Heimgarten gesehen

Panoramablick über den Herzogstand vom Heimgarten gesehen.

Diese Tour über die Walchenseeberge Herzogstand und Heimgarten beschreibt eine alternative Route, die insbesondere für solche Naturfreunde interessant ist, die nicht auf eine Rundwanderung angewiesen sind. Beide Endpunkte sind gut an den ÖPNV angebunden, die Reisezeit ab München beträgt etwa 75 Minuten.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 18,5 km
Höhenmeter: ca. 1.170 m
Belag: Asphalt, naturnahe Pfade, Forst- und Feldwege
Kategorie: mittelschwere Wanderung
Wanderroute 524871 – powered by Wandermap

Der Anstieg von Nordosten her über den Reitweg, einem gut ausgebauten Wirtschaftsweg, ist sehr angenehm zu gehen. Wenn man gut zu Fuß ist, schafft man das in deutlich weniger als 2 Stunden. Vor dem Aufstieg zum Gipfel des Herzogstand bietet sich eine kurze Pause im Berggasthof an, von dort ist dieser in etwa 30 Minuten erreicht. Man hat eine ausgezeichnete Rundumsicht und an klaren Tagen bis weit in die Alpen hinein.

2010-06-04 Herzogstand und HeimgartenDirekt von dort führt der Weg über den Grat zum Heimgarten weiter. Zwar sind die kritischen Stellen alle sehr gut mit Drahtseilen gesichert, aber eine gute Trittsicherheit ist unbedingt nötig und Schwindelfreiheit von Vorteil. Falls man nicht mit der Seilbahn rauf gefahren ist, sollte man auch konditionell noch ein paar Reserven haben.

Bild vom HerzogstandDer Gipfel des Heimgarten bietet eine prima Aussicht auf die anderen Berge im Estergebirge. Gleich unterhalb befindet sich die Heimgartenhütte, die vom Vatertag bis zur Kirchweih bewirtschaftet ist. Kleinere Speisen und kühle Getränke laden zur Pause ein, die “Sonnenterrasse” ist so schön, daß man gerne länger dort absackt … ;)

Der übliche Abstieg wäre nun nach Süden hin zur Ohlstädter Alm und weiter am Rotwandkopf vorbei östlich nach Walchensee.
Wer dorthin nicht zurück muß, nimmt den hier angebotenen etwas längeren Weg westwärts über die Kaseralm nach Ohlstadt. Dieser ist sehr abwechslungsreich und gut zu gehen, nach regenreichen Tagen jedoch stellenweise etwas feucht und rutschig. Vor allem ist man auf diesem Abschnitt eher mal alleine unterwegs und hat herrliche Aussichten nach Norden hin.

In Ohlstadt gibt’s dann wieder diverse Möglichkeiten zur Einkehr, auch ein Freibad ist vorhanden. Der Zug nach München fährt stündlich, der Bahnhof liegt etwas außerhalb vom Ortskern.

Aufstieg zum Herzogstand: ca. 2 Std.
Übergang zum Heimgarten: ca. 1 Std.
Abstieg nach Ohlstadt: ca. 3 Std.
GPS: Garmin Oregon 300  Herzogstand und Heimgarten (43.0 KiB, 145 hits)

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