Tja, leider ist die Tour mal wieder etwas ins Wasser gefallen, das Wetter lässt sich halt kaum 14 Tage vorab einplanen – selbst wenn Kachelmann vorerst mal wieder aus dem Knast raus ist.
Aber ich wollte meinem Vater nicht schon wieder wegen Regen die Bergtour absagen und so sind wir pünktlich nach Bad Wiessee gestartet.

Zuerst schien es einfach nur bewölkt zu bleiben, aber am späten Vormittag hatte es dann doch richtig geschüttet. Wir hatten uns für den langen Anstieg über die Kampengipfel entschieden, waren gerade im Stinkergraben unterwegs zum Ochsenkampen hoch und trotz Regenschutz innerhalb kurzer Zeit klatschnass. Oben auf dem Gipfel war natürlich nicht viel zu sehen, es war kalt und zugig und wir sind gleich weiter über den Grat nach Westen. Unterwegs fanden wir eine etwas tiefer gelegene, gut geschützte Stelle für eine kleine Pause. Sonst mache ich in der Regel ein Gipfelvesper, heute war es mein erstes Muldenvesper.

Hinweg

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 16,6 km
Höhenmeter: ca. 1070 m
Belag: Asphalt, Forst- und Wirtschaftswege, naturnahe Pfade
Kategorie: mittelschwere bis schwere Wanderung
Wanderroute 623737 – powered by Wandermap
Rückweg

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 12,8 km
Höhenmeter: ca. 170 m
Belag: Asphalt, Forst- und Wirtschaftswege, naturnahe Pfade
Kategorie: leichte Wanderung
 
Wanderroute 623788 – powered by Wandermap

Danach sind wir frisch gestärkt zum Spitzkampen weiter gegangen, aber es war etwas anstrengender als sonst. Schon bei trockenem Wetter muß man sich darauf konzentrieren, wo man hin läuft und auf nassem Fels ist das Vorwärtskommen ungleich schwieriger. Wenigstens hatte der Regen endlich aufgehört und der Nebel wurde lichter, so daß wir unser eigentliches Ziel gelegentlich zu Gesicht bekamen.
Nach dem kurzen Abstieg von den Kampen gings dann weiter über das Seekarkreuz zum Mariaeck, wo wir plötzlich am Abgrund standen. Das war etwas überraschend, da weder in der Wanderkarte ein Klettersteig verzeichnet war, noch die vor uns liegende Landschaft mit dem online geplanten Höhenprofil übereinstimmte. Wir haben uns dann trotzdem dazu entschieden, nicht umzukehren und sind den Klettersteig hinab geklettert. Im Prinzip ist das ein wunderschöner Weg, der einiges Geschick erfordert, aber bei Nässe halt doch etwas gefährlich ist.

Aufgrund der Witterung und weil wir dauernd die Hände zum Klettern, bzw. Festhalten brauchten, haben wir die Kameras im Rucksack belassen, daher gibt’s von diesem Teil der Wanderung kaum Bilder. Es wird aber sicher nicht mein letzter Besuch der Tegernseer Hütte sein und sich eine weitere Gelegenheit zur Dokumentation bieten.
Bei Nässe möchte ich diesen Weg allerdings nicht mehr gehen, man sieht danach aus wie eine Wildsau …

Unsere Befürchtungen hatten sich dann auch nicht bestätigt und wenn man die Kletterstellen passiert hat, führt der Weg auf Höhe bleibend weiter über leichte Hügel und an Wänden entlang zur Roßsteinalm hinüber. Erst dann wird es auf den letzten 2 Kilometern nochmal anstrengend. Ursprünglich wollten wir über den Roßsteinsteig zur Hütte hoch, aber da der bisherige Weg aufgrund der Nässe doch sehr anstrengend war, haben wir uns für den zumindest technisch leichteren Nordanstieg entschieden. Auch kam die Sonne langsam hinter den Wolken hervor und wir sahen uns schon auf der Terrasse beim Vesper im Sonnenuntergang.
Oben angekommen waren wir dann beide ziemlich fertig und mein alter Herr hat gemeint, er wäre heute an seine Grenzen gestoßen. So wollte er es ja auch haben … 🙂
Wir haben die nassen Klamotten in den Trockenraum gehängt und uns etwas frisch gemacht. Leider mussten dann wir doch in der Stube essen, da es wieder zu machte und regnete. Und dann war ich doch zu müde, um nochmal in die Schuhe zu steigen und mit der Kamera für den Sonnenuntergang auf den Berg hoch zu gehen.

Die Bilder stammen von unterschiedlichen Wanderungen

Mein Vater ging recht zeitig schlafen, ich hatte noch eine Weile aus dem Fenster über die Berge geschaut und bin dann auch hoch zum Matratzenlager. Die Hütte war sehr gut gebucht an diesem Tag, es waren einige Familien mit Kindern oben, die natürlich ihren Spaß lautstark äußerten. Als die dann endlich zur Ruhe kamen, konnten die Erwachsenen endlich etwas schnarchen. So eine Nacht in der Hütte ist zwar witzig, aber nicht unbedingt erholsam – trotzdem, eine Erfahrung ist’s wert und für eine Nacht würde ich das wieder tun.
Am nächsten Morgen sind wir dann zeitig raus, die Sonne schien am klaren Himmel und die Fernsicht war großartig. Vor dem ersten Kaffee sind wir zum Roßsteingipfel hoch und haben den Morgen genossen. Nach dem Frühstück gings dann gleich los zum Abstieg zur Buchsteinhütte hinab. Ursprünglich wollten wir an diesem Tag über den Hirschberg zurück gehen, aber im Schwarzentenntal angekommen, war uns das doch a weng z’vui.

Biergarten Zum FlaucherDer Anstieg saß uns noch in den Knochen, es war durch den Regen am Vortag und die Sonne recht schwül geworden, daher sind wir durchs Tal weiter nach Norden gegangen. Eine schöne Einkehr bietet unterwegs die Schwarzentennalm, wo wir auf ein Halbes kurz hängen geblieben sind. Danach sind wir schnurstracks weiter zum Auto in Bad Wiessee gewandert und waren am frühen Nachmittag zum Abschluß im Biergarten bei mir unten an der Isar.
Generell muss man sagen, daß die Tour einiges an Kondition erfordert und man an manchen Stellen schwindelfrei sein sollte. Aber jederzeit wieder, schön war’s! 🙂

Weiterführende Informationen

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