Deutschland hat wirklich so schöne Flecken, daß es mich kaum in die Ferne zieht. Seit der Wiedervereinigung habe ich großes Interesse daran, die östlichen Gebiete zu erkunden, nur schaffe ich es leider zu selten, mir längere Zeit dafür frei zu nehmen. Beim Wohnort München kommt noch hinzu, daß für die Fahrt nach Norden je ein Tag für An- und Abreise drauf geht.

Fischbrötchenverkauf im Hafen von RibnitzGanz spontan hatte ich mich Mitte August entschlossen, die Freunde Keith und Chris bei einem Kurzurlaub am Darß zu treffen. Mit großem Glück habe ich noch ein Zimmer bei einem älteren Ehepaar gefunden, das Bahnticket besorgt und bin mit dem Nötigsten bepackt losgezogen. Die Fahrt mit dem ÖPNV über Hamburg dauert im günstigsten Fall etwa 10 Stunden, aber da ich das Radl dabei hatte, verzichtete ich auf den Bus und bin nur bis Ribnitz-Damgarten gefahren. Die beiden Freunde hatten mich am Bahnhof abgeholt und wir sind am Saaler Bodden und Weststrand entlang nach Ahrenshoop geradelt. Die Radwege sind in der Regel sehr gut ausgebaut und beschildert, es wird auf umweltfreundliche Fortbewegung sehr großen Wert gelegt.
Gleich zum Urlaubsbeginn wurde ich dann auch mit dem allgegenwärtigen Fischbrötchen konfrontiert, sozusagen das Fleischpflanzerl des Nordens. Wir waren also grad mal ein paar Meter unterwegs, als wir im Hafen von Ribnitz an der zum Verkaufsstand umgebauten Jolle hängen blieben. Die Dinger gibt’s wirklich an jeder Ecke zu kaufen, das ist sehr erfreulich, wenn man gerne Fisch isst. Laut Keith bekommt man an der Seebrücke in Prerow die besten Matjesbrötchen, aber das hatte ich nicht probiert. Die Menschenschlange vor dem Verkaufstand sprach jedoch für sich.
Am ersten Abend hatten wir uns dann noch mit einer Flasche Wein an den Strand gesetzt und ein bisserl gelabert, bis die Mücken uns genervt haben. Bei Anbruch der Dunkelheit bin ich dann die 1-2 km am Strand entlang zur Pension zurück gelaufen.

Der Mittwoch begann ziemlich nass, so daß ich mich vorerst in der Stube am Notebook verkrochen habe. Allerdings hat mich das so genervt, daß ich mir die Regenklamotten anzog und zum Supermarkt im Nachbarort geradelt bin. Von dort zurück, hatte ich mir ein paar Informationen über die Gegend zusammengegoogelt und eine Wanderung für den Nachmittag geplant – das Wetter sollte ja auch besser werden. An der Ostsee lässt sich das wohl aber nicht immer genau vorhersagen.
Am frühen Nachmittag bin ich dann in Richtung Bodden losgezogen, es war sehr windig aber warm, so daß man im T-Shirt gehen konnte. Später kam dann doch die Sonne noch etwas zum Vorschein, da war es ganz passend, schon im Darßer Forst unterwegs zu sein.

Wanderung am Saaler Bodden

Der Hafen in BornDie Vorpommersche Boddenlandschaft zählt sicher zu den schönsten Naturschutzgebieten in Deutschland und es wird sehr viel Wert darauf gelegt, Tourismusinteressen und Umweltschutz ausgewogen miteinander zu verbinden. Bei einer Wanderung auf dem Darß zeigen sich die landschaftlichen Kontraste der Gegend am ehesten. Berühmt sind einige Flachwassergebiete als bedeutendste Kranichrastplätze Mitteleuropas, die im Frühjahr und Herbst ein einzigartiges Naturschauspiel bieten.

Diese sehr schöne Wanderung führt von Ahrenshoop lange am Saaler Bodden entlang nach Born auf dem Darß, von dort durch den Darßer Forst zum Weststrand von Fischland und zurück nach Ahrenshoop.

Man bewegt sich dabei nur in der Natur auf gut begehbaren Wegen, die man sich jedoch auch mit Radlern teilt. Kontakt mit den Autoverkehr hat man nur in Born. Die Tour ist eigentlich nur bei Gegenwind anstrengend, aber im Forst ist man gut davor geschützt, sofern man in der angegebenen Richtung geht – der Wind kommt meistens aus west / südwest.
Wer fit ist, verlängert die Tour zur Tageswanderung um 3-4 Stunden zum Leuchtturm hoch, ansonsten geht man die Route in etwa 4-5 Stunden zzgl. Pause.
Bei großer Trockenheit ist der Forst für Besucher wegen der Waldbrandgefahr komplett gesperrt. Wer sich nicht daran hält, zahlt Strafe!

Distanz: 19, 3 km
Höhenmeter: ca. 20 m
Belag: Asphalt, Forst- und Wirtschaftswege, naturnahe Pfade
Kategorie: leichte Wanderung
Wanderroute 658094 - powered by Wandermap

Eine Einkehr ist nur in Born möglich, ansonsten Proviant mitnehmen. Hier empfiehlt sich die "Mühlenstube", in der man gut und günstig essen kann. Bei mehreren Personen ist jedoch eine Reservierung angeraten.

Tagesausflug nach Hiddensee

Ursprünglich wäre ich ja beinahe auf Hiddensee gelandet, weil ich in Ahrenshoop kein Zimmer finden konnte - nach dem Besuch der Insel war ich froh, daß das nicht so gekommen ist. Im Prinzip ist der Tagesausflug sehr interessant und informativ, die Fahrt mit dem Fährschiff ab Hafen Zingst dauert etwa 3 Stunden.

Hiddensee hatte ich mir aber wesentlich idyllischer vorgestellt, inzwischen ist sie für meinen Geschmack eine verkommerzialisierte Touristenattraktion. Allerdings hatten wir während des 4-stündigen Landgangs nur Gelegenheit, uns den nördlichen Teil anzusehen.
Vielleicht ist ein längerer Urlaub auf der Insel außerhalb der Hauptsaison interessanter. Ansonsten werden täglich Hundertschaften von Tagestouristen zum Teil mit Pferdekutschen durch die Gegend gekarrt, was nicht gerade schön anzusehen war.



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Auch mit dem Fahrrad ist man sehr gut unterwegs

Rad- und Wanderwege im Darßer ForstFür den letzten Tag auf dem Darß hatten wir uns zu einer Radtour entschlossen, weil wir uns den Nordstrand noch anschauen wollten. Ich war schon etwas früher in Richtung Süden nach Wustrow gestartet, um die Kliffdüne zu erkunden. Gegen Mittag habe ich dann die beiden Freunde abgeholt und wir sind nach dem obligatorischen Fischbrötchenkonsum durch den Forst zum Darßer Ort hoch gefahren. Der Wald hat ein ausgeprägtes Wegenetz, auf dem man auch mit Tourenrädern gut fahren kann. Da man recht windgeschützt ist, kommt man schneller vorwärts, als wenn man am Bodden entlang fährt - wobei letztere Strecke mehr für's Auge bietet.


iEiEi - powered by Bikemap

Der Nordzipfel war an diesem Tag allerdings ziemlich überlaufen, so daß wir die kurze Strecke nach Prerow weiter geradelt sind. Doch auch dort war der Strand um den Steg herum ziemlich voll, nach einem Kaffee ging's dann weiter in Richtung Zingst. Dort auf halber Strecke wurde es dann etwas ruhiger und wir haben einen schönen Platz gefunden. Wenn am Strand jedoch die Sonne brennt, wird es richtig heiß, dann sollte man sich einen Strandkorb mieten, oder wenigstens mit einem Sonnensegel schützen.

Der BoddenkiekerAm frühen Abend sind wir dann nach Prerow und weiter auf dem Boddenradweg über Wieck und Born nach Ahrenshoop zurück.
Unterwegs hatte ich mich abgesetzt, bin in der Mühlenstube eingekehrt und habe mir mal wieder ein Schweinesteak gegönnt. Man bekommt in vielen Restaurants auch eine große Auswahl an Wildgerichten, da auf dem Darß recht viel gejagt wird.
Zum Abschluß der Tour wollte ich noch mit einem Glas Wein den Sonnenuntergang am Strand geniessen, aber die Stechmücken waren an diesem Abend so lästig, daß ich wieder in die Pension geflüchtet bin. Am Samstagmorgen gings dann früh los mit dem Radl nach Ribnitz zum Bahnhof und weiter zurück nach München. Es wurde auch Zeit - durch den Wind stand ich schon ganz schief wie ein Schluck Brackwasser in der Kurve herum. Alles in allem war es ein herrlicher Kurzurlaub an der See!

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