Mit schönem Wanderwetter in Bayern sieht es dieses Jahr auch wieder mau aus, in den vergangenen Tagen war es überwiegend kühl und nass. Zumindest für dieses Wochenende ist Sonnenschein angesagt und so habe ich die Gelegenheit genutzt und bin zum Isarwinkel runter und habe die Tour über die Benediktenwand gemacht. Es war auch ziemlich viel los heute, um die Menschenmassen nach Süden zu befördern, hatte die BOB sogar Zwischenzüge eingesetzt. Das lag aber sicher auch an der erhöhten Anzahl internationaler Touristen, die sich für die anstehende Wiesn schon eingefunden haben.

Die Nordwand der BenediktenwandDer Kirchstein, wie das schon weithin sichtbare Gesteinsmassiv zwischen den Flüssen Loisach und Isar früher genannt wurde, war mir öfters bei Fahrten in die Berge aufgefallen. Ich hatte schon einige mal vor, dort hinauf zu gehen und heute hat endlich mal alles gepasst.
Schnell zu besteigen ist dieser Berg nicht, selbst wenn man die Seilbahn am Brauneck zu Hilfe nimmt, ist man wenigstens 3-4 Stunden bis zum Gipfel unterwegs. Man kann daher eine Tageswanderung einplanen und dafür eine gute Kondition mitbringen. Wer den Weg in umgekehrter Richtung geht, sollte für den Abstieg auf der Südseite unbedingt schwindelfrei sein, da man den Abgrund ständig vor Augen hat. ;)

Routenbeschreibung

Die Benediktenwand gehört eher zu den gut besuchten Bergen im Isarwinkel. Wer den Menschenandrang über das Brauneck nicht mag, findet hier mit dem Aufstieg aus der Jachenau eine eher ruhige Route, die es allerdings ein bisserl in sich hat.
Der sehr gut begehbare Wirtschaftsweg (DAV-Wanderweg 480) führt von der Bushaltestelle “Petern” aus meist mäßig steil bis zur Bichler Alm hoch, man ist zum Teil durch schattigen Wald geschützt. An sonnigen Tagen muss man bedenken, daß man während des ganzen Anstiegs auf der Südseite unterwegs ist und sollte sich entsprechend schützen, sowie genügend Getränke mitnehmen – es gibt keine Einkehr vor dem Gipfel. Die Beschilderung ist sehr gut, man kann sich kaum verlaufen.

Höhenprofil
Höhenprofil
Distanz: 20, 4 km
Höhenmeter: ca. 1140 m
Belag: Naturnahe Pfade, Forst- und Wirtschaftswege
Kategorie: mittelschwere bis schwere Bergwanderung
Wanderroute 694795 - powered by Wandermap

Ab der Bichler Alm endet nun der komfortable Forstweg und mündet in den Altweibersteig, über den die restliche Strecke zum Gipfel führt. Ab hier wird's dann richtig steil, zuerst geht es noch unschwierig über eine Almwiese nach oben. Später führt der Weg am Höllgraben vorbei - einer Senke, die sich direkt unter der imposanten Wand unterhalb des Gipfels befindet. Dort erfolgt dann der recht steile Einstieg in die Wand, des öfteren braucht man die Hände, um den nötigen Halt zu erlangen, jedoch ohne Klettereien. In einer guten Stunde ab der Bichler Alm ist man auf dem Gipfelplateau angelangt. Durch einige Latschen hindurch geht es dann recht flach dem Notbiwak und dem Gipfelkreuz entgegen, von dort hat man einen prächtigen Ausblick auf die Walchenseeberge, das Karwendel und den Münchner Süden mit Starnberger- und Ammersee.

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Vom Gipfel aus führt der Weg dann weniger steil, aber zügig in Richtung Glaswandscharte hinab. Dort hätte man auch die Gelegenheit zu einer Rundwanderung in die Jachenau zurück. Der Weg führt in nordöstlicher Richtung zur noch imposanteren Nordwand herum, die auch unter Kletterern sehr beliebt ist. Man geht eine Weile etwa 300 m unterhalb des Gipfels auf einem gut begehbaren Pfad bis zur Tutzinger Hütte hinab, hier hat man die erste Möglichkeit zu einer Einkehr und kann sich vor dem restlichen Rückweg noch eine längere Pause gönnen.

Die Tutzinger HütteBei der Hütte kann man sich entscheiden, ob man den etwa 3 Kilometer längeren Weg über die Freisinger Hütte nach Lenggries zurück wandert, oder dieser Route folgt. Der Weg führt erst in Serpentinen auf einem naturnahen Pfad mäßig steil bis zur Talstation der Materialseilbahn hinab. Dort folgt man kurz dem Wirtschaftsweg und biegt dann nach links in Richtung Benediktbeuern ab (DAV-Wanderweg 455).
Blick zurück auf die BenediktenwandMan hat nochmal einen letzten Blick auf die Nordwand des Gipfelmassivs, bevor der Weg nach der Eibelsfleck-Alm nach rechts in den schattigen Wald führt. Man geht erst eine Weile am Eibelsbach entlang, bevor man wieder auf den Wirtschaftsweg stößt. Kurz vor Benediktbeuern kürzt man diesen über einen Waldlehrpfad ab, die Beschilderung ist jederzeit sehr gut und man hat verschiedene Alternativen auf dem Weg zum Ort hinab. Wer will, macht einen Abstecher am Schwimmbad vorbei.

Die An- und Abreise kann mit dem ÖPNV erfolgen, wobei die Buslinie 9595 am Wochenende nur 2x in die Jachenau fährt (Stand September 2010). Da man für die Tour mit Pausen gut 9 Stunden veranschlagen kann, sollte man den Bus am Vormittag nehmen. In Benediktbeuern hat man bis spät abends eine Zugverbindung in Richtung München, der letzte Bus aus der Jachenau fährt schon am Nachmittag nach Lenggries zurück.

Dauer: ca. 7 Std., zzgl. Pausezeiten
Karte: KOMPASS WK 182, "Isarwinkel, Bad Tölz, Lenggries", ISBN 978-3-85491-234-7
GPS: Garmin Oregon 300
  Benediktenwand über Altweibersteig (37.8 KiB, 833 hits)

Weiterführende Informationen

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